3 Gründe, warum meine Kinder kein Taschengeld bekommen

Taschengeld Kinder

Die finanzielle Bildung ihrer Kinder, ist den meisten Eltern enorm wichtig. Und vielleicht denkst du dir auch, dass deine Kinder möglichst früh einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen sollten.

Irgendwann kommen dann alle Eltern an einen Punkt, an dem sie sich die Frage stellen müssen: Wie viel Taschengeld soll mein Kind bekommen?

Doch mit der Beantwortung dieser Frage ist es nicht getan. Denn es ergeben sich aus der Taschengeldfrage noch weitere Punkte, die bedacht werden sollen:
Wie oft soll es dieses Taschengeld ausgezahlt bekommen? Monatlich, wöchentlich oder sogar täglich?
Welche Dinge sollen von dem Taschengeld bezahlt werden und wofür kommen weiterhin die Eltern auf?

Ratlos und unerfahren wird dann zunächst Google befragt: „Wie viel Taschengeld ist angemessen?“, wird dann in die Suchleiste eingegeben.
Und schon bekommt man die ersten Ergebnisse.
Auch das Familienportal des Bundes gibt eine Empfehlung zur Taschengeldhöhe heraus.

So sieht die Taschengeldtabelle des Familienportals aus (Stand April 2022):

Unter 6 Jahre:            0,50-1,00 Euro/Woche
6 Jahre:            1,00-1,50 Euro/Woche
7 Jahre:            1,50-2,00 Euro/Woche
8 Jahre:            2,00-2,50 Euro/Woche
9 Jahre:            2,50-3,00 Euro/Woche
10 Jahre:            16,00-18,50 Euro/Monat
11 Jahre:            18,50-21,00 Euro/Monat
12 Jahre:            21,00-23,50 Euro/Monat
13 Jahre:            23,50-26,00 Euro/Monat
14 Jahre:            26,00-31,00 Euro/Monat
15 Jahre:            31,00-39,00 Euro/Monat
16 Jahre:            39,00-47,00 Euro/Monat
17 Jahre:            47,00-63,00 Euro/Monat
ab 18 Jahre:            63,00-79,00 Euro/Monat

Wenn es von offizieller Seite schon eine Empfehlung für ein regelmäßig Taschengeld gibt, dann kann das ja nur richtig sein oder?

Schließlich verspricht man sich eine Menge Vorteile durch das Taschengeld:

  • Kinder können selbstständig entscheiden, was sie davon kaufen und müssen nicht ständig ihre Eltern fragen. Sie erfahren so eine gewisse Selbstbestimmtheit.
  • Wenn Kinder ihr eigenes Geld verwalten, machen sie auch Fehler und können daraus lernen. Sie werden so finanziell, früh Verantwortung übernehmen.
  • Sie lernen, dass Geld begrenzt zur Verfügung steht und erfahren so, dass sie Prioritäten setzen müssen und ihre Entscheidungen von gewisser Bedeutung für sie und ihren Alltag sind.


Das klingt alles toll und du bist auch drauf und dran, deinen Kindern ein gewisses Taschengeld zur Verfügung zu stellen und es konsequent umzusetzen?

Dann lies dir vorher aber noch meine nachfolgenden Argumente gegen ein Taschengeld durch.

Warum ich meinen Kindern kein Taschengeld zahle:

1. Frustration durch zu wenig Taschengeld

Nehmen wir dazu als Beispiel einmal einen Wert aus der oben genannten Tabelle. Unser Kind ist 7 Jahre alt und erhält 2€ Taschengeld in der Woche.

Aber was kann man heutzutage schon mit 2€ kaufen? 2€ reichen nicht einmal für eine beliebige Zeitschrift oder ein beliebiges Eis am Kiosk aus.


Wenn sich das Kind jetzt ein Spielzeug für 10€ wünscht, so muss es über einen Monat sparen, um sich diesen Wunsch erfüllen zu können. Während der Sparzeit, kann es dann aber auch nichts weiteres mehr kaufen.

Das führt vor allen Dingen zu Frust. Denn das Kind bekommt zu spüren, was es sich alles nicht leisten kann. Und wie wir bekanntlich alle wissen, führt Frustration nicht dazu, dass man gerne etwas Neues lernt, wie beispielsweise den Umgang mit Geld.

2. Selbstbestimmtheit wird nur vorgegaukelt

Die Selbstbestimmtheit des Kindes wird durch ein Taschengeld nur vorgegaukelt, denn durch die Zahlung von Taschengeld, wird einmal mehr ein Machtgefälle zwischen Eltern und Kindern demonstriert.

Regelmäßige Geldtransfers von Erwachsenen an Kinder, zeigen ihnen immer wieder, dass sie davon abhängig sind, dass ihre Eltern entscheiden, ob und wie viel Taschengeld, sie erhalten.

Dadurch wird den Kindern ein gewisses Mitspracherecht verwehrt. Denn Argumentationen, wie beispielsweise: „Ich möchte mir diese Woche zwei Zeitschriften kaufen, weil es dort eine Sonderausgabe gibt“ können gar nicht stattfinden, wenn Eltern sich konsequent an die Taschengeldzahlung halten.

3. Folgen für das Money-Mindset

Ist das Kind durch den Umgang mit Taschengeld erst einmal frustriert und fühlt sich nicht ernstgenommen, so kann das erhebliche Folgen für das Money-Mindset haben.

Bereits in frühen Jahren ist das Thema Geld mit negativen Emotionen behaftet.
Dies kann dann Auswirkungen auf das gesamte Leben haben. Dann bewirken die Eltern durch die Taschengeldzahlung nämlich genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich erreichen wollten.

Wie wichtig das richtige Money-Mindset für das alltägliche Leben in Bezug auf Geld und Finanzen ist, kannst du hier im Blogartikel noch einmal nachlesen.

Fazit

Bei der Frage nach einer Taschengeldzahlung für Kinder gibt es einige Vor- und Nachteile abzuwägen. Was zunächst gut gemeint ist, kann schnell zu Frust und Verunsicherung führen.

Damit Kinder effektiv etwas lernen können, benötigen sie Motivation. Diese erreicht man am besten, indem Kinder erfahren, dass sie ernstgenommen werden und mitbestimmen dürfen.

Lösungsansätze dafür könnten beispielsweise sein, dass man regelmäßig gemeinsam das Budget der Familie bespricht und sich dann gemeinsam überlegt, wie man das Freizeit-Budget sinnvoll einsetzen kann, sodass alle in der Familie zufrieden mit dem Ergebnis sind.

Wie du siehst, führen viele Wege nach Rom. Vielleicht ist es an der Zeit, alte gesellschaftliche Prinzipien über Bord zu werfen und lieber nach einem passenden Weg für dich und deine eigene Familie zu suchen.

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