Der richtige ETF für dich – Meine Auswahlkriterien

Auswahlkriterien ETF

Die Qual der Wahl

Es ist schier unglaublich, wie viele verschiedene ETFs und somit auch Indizes es auf dem Markt gibt.
Dass man da schnell den Überblick verliert und die Wahl auf den richtigen ETF schwer fällt, ist selbstredend.
Neben den vielen verschiedenen Indizes, gibt es auch viele verschiedene Anbieter auf ein und denselben Index. So gibt es beispielsweise ETFs auf den MSCI World von Lyxor, iShares, Amundi und weiteren Anbietern.

Hier sind meine 4 Kriterien für die ETF-Auswahl:

  • Das Fondsvolumen (sollte >100 Mio. € sein)
  • Die laufenden Kosten (TER sollte möglichst gering sein)
  • Die Ausschüttungsart (thesaurierend oder ausschüttend)
  • Die „Tracking Difference“

1. Das Fondsvolumen

Ein großes Fondsvolumen ist gut für den Anleger. Zum einen können die Fixkosten des Fonds auf viel mehr Anleger verteilt werden und senken so die Kosten für den Einzelnen und zum anderen ist das Risiko, dass dein Fonds geschlossen bzw. liquidiert wird ziemlich gering, wenn er eine gewisse Mindestgröße ausweist.
Darüber hinaus sollte der ETF mindestens ein Jahr alt sein, um Renditen und Kosten vergleichen zu können, die meist auf Jahresbasis ermittelt werden.

2. Die laufenden Kosten (TER)

Je geringer die TER (total expanse ratio) ist, desto besser für den Anleger. Neben den einmaligen Kosten (Ordergebühr, Spread), erheben Herausgeber eines ETF auch laufende Kosten, die mit der TER pro Jahr angegeben werden. Im Durchschnitt betragen die TER zwischen 0,1% und 0,5% pro Jahr.

3. Die Ausschüttungsart

Ein Fonds erwirtschaftet laufende Erträge, wie zum Beispiel Dividenden oder Zinserträge. Es gibt ausschüttende Fonds, die die Erträge regelmäßig an die Anleger auszahlen und es gibt thesaurierende Fonds, die die Erträge im Fondsvermögen belassen und wieder anlegen. Ausschüttende Fonds eignen sich für Anleger, die ein passives Einkommen damit erwirtschaften wollen.
Thesaurierende Fonds eignen sich für langfristige Anlagen und besonders auch für ETF- Sparpläne, weil du dann davon profitierst, dass dein Geld weiterarbeiten kann und der Zinseszinseffekt voll zum Tragen kommt. Falls du mehr über den Zinseszinseffekt erfahren willst, kannst du hier weiterlesen.

4. Die Tracking Difference

Die Tracking Difference ist eine Kennzahl, die misst wie stark die Rendite in der Jahresbetrachtung eines ETF von seinem Vergleichsindex abgewichen ist.
Dabei werden auch die Verwaltungsgebühren in die Kennzahl mit einbezogen.
Eine Tracking Difference von 0 bedeutet, dass der ETF die gleiche Performance wie sein zugrundeliegender Index aufweist.
Ein Wert unter 0 bedeutet, dass der ETF im Vergleich zum Index eine Überrendite erzielt hat.
Eine Tracking Difference über 0 bedeutet dagegen, dass der ETF im Vergleich zum Index eine Unterrendite erzielt hat. Eine Abweichung kommt grundsätzlich dadurch zustande, dass zum einen die Kosten mit eingerechnet werden und zum anderen die meisten ETF den Index nicht hundertprozentig nachbilden können, weil der Aufwand zu groß wäre beispielsweise 1.600 Aktien zu kaufen und diese zu verwalten.

Welchen Index wähle ich als Basis für meinen ETF?

Hier gibt es in meinen Augen für Anfänger auch nur eine richtige Lösung: einen globalen Aktienindex, wie beispielsweise den MSCI World oder den FTSE All World.

Der Grund dafür ist die breite Diversifikation, also Risikostreuung, über verschiedene Länder, aber auch über verschiedene Sektoren und Wirtschaftszweige hinaus.
Die Chancen auf eine Überrendite sind bei weniger diversifizierten ETF natürlich höher, aber ebenso steigt auch das Risiko in gleichem Maße.
Im Grunde handelt es sich dann dabei um Länder- oder Sektorwetten und Wetten sind bei langfristigen Anlagen nicht die erste Wahl.

Wenn du eine gewisse Erfahrung an der Börse gesammelt hast und dir schon ein solides Grundvermögen aufgebaut hast, dann sind weitere ETFs oder auch andere Wertpapierprodukte durchaus als Beimischung im Depot denkbar und auch sinnvoll.
Als Beginner solltest du dich jedoch an die Grundregel: „Keep it simple“ halten.
Ein Sparplan in ein Produkt reicht hier völlig aus.

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