Der Unterschied zwischen Aktien-Fonds und ETF

Oder: -warum ETFs immer die bessere Wahl sind

Aktien Fonds ETF Unterschied

Sie heißen UniGlobal, DWS Deutschland oder Deka-Global Champions.
Das ist nur eine kleine Auswahl von aktiv verwalteten Investmentfonds.

Vielleicht hast du von den Namen schon mal den ein oder anderen gehört oder du hast sie sogar in deinem Depot, weil dein Bankberater damals ganz scharf darauf war, dir Anteile von diesen Fonds zu verkaufen.

Dies hat er natürlich nur getan, weil er dein Bestes will. Und dein Bestes ist bekanntlich: Dein Geld.

Denn am Vertrieb von aktiv verwalteten Fonds verdienen eine Reihe von Leuten mit.
Zum einen der Bankberater, der dir den Fonds verkauft, der Fondsmanager, der den Fonds aktiv verwaltet und die Fondsgesellschaft.

Aber schauen wir uns das im Folgenden mal genauer an:

Aktien-Fonds vs. ETF – die Unterschiede

Gemeinsam haben beide Vermögensarten, dass sie aus einem Aktienkorb bestehen, der darauf abzielt das Risiko des Anlegers durch eine Diversifikation auf verschiedene Aktien zu verringern.

Kommen wir nun aber zu den Unterschieden, denn diese sind viel interessanter.

Die wesentlichen Unterschiede kannst du hier der Tabelle entnehmen:

 Aktien-FondsETF
ManagementAktive Aktienauswahl durch FondsmanagerPassive Nachbildung eines Aktienindex (z.B. MSCI World)
KostenGgf. Ausgabeaufschlag: ca. 5-6%
Laufende Kosten: ca. 1,4 -2,0%
Kaufkosten: Ordergebühr des Brokers
laufende Kosten: ca. 0,2 – 0,5%
BörsenfähigkeitTeilweise möglich, aber Kauf in der Regel über die Fondsgesellschaft direktja

Du siehst der wichtigste Unterschied für dich als Anleger sind die Kosten. Der Ausgabeaufschlag bei aktiv verwalteten Aktien-Fonds fällt einmalig beim Kauf der Fondsanteile an und verbleibt als Provision bei der vermittelnden Bank oder dem Finanzberater. Einen Ausgabeaufschlag bei ETFs gibt es nicht. ETFs sind börsengehandelt und der Zwischenschritt über einen Bankberater entfällt hier.

Aktien Fonds ETF Vergleich

Auswirkungen auf die Performance

Nehmen wir der Einfachheit halber einmal an, dass die nachfolgenden Investments beide die gleiche Rendite von 8% pro Jahr erzielen werden.

Unser Investment beträgt einmalig 10.000€. Wir kaufen auf der einen Seite den UniGlobal der Union Investment Fondsgesellschaft und auf der anderen Seite den ETF iShares Core MSCI World. Beide Fonds sind thesaurierend, das heißt Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern verbleiben im Fondsvermögen.

Da die Orderkosten je nach Broker unterschiedlich ausfallen können, habe ich hier im Beispiel einfach mal mit den Orderkosten der comdirect bei dem ETF Kauf kalkuliert.

Beim UniGlobal musst du Stand heute mit folgenden Kosten rechnen:

  • Ausgabeaufschlag: 5%
  • Laufende Kosten: 1,45% p.a.

Beim iShares Core MSCI World musst du Stand heute mit folgenden Kosten rechnen:

  • Ordergebühr (Beispiel comdirect): 4,90€ + 0,25% Oderprovision, maximal 59,90€
  • Laufende Kosten: 0,2% p.a.
 UniGlobaliShare Core MSCI World
Anfangsinvestment10.000€10.000€
Anfangsinvestment nach Kaufkosten9.500€9.940€
Kapital nach 10 Jahren bei 8% Rendite17.800€21.037€
Kapital nach 20 Jahren bei 8% Rendite33.271€44.524€

Hier ist auf den ersten Blick sofort erkennbar, dass der aktiv verwaltete Fonds die deutlich schlechtere Wahl für unser Investment war. Der Ausgabeaufschlag und die laufenden Kosten fressen einen Teil unserer Rendite förmlich auf. Da die Kosten jährlich anfallen und dann auch auf das gesamte Vermögen berechnet werden, wird der Unterschied in der Performance von Aktien-Fonds und ETF mit Jahr zu Jahr größer.

Die Mär von der Outperformance

Moment mal! Ein aktiv verwalteter Fonds kann den Markt doch mit seiner Rendite outperformen, würde ein schlauer Bankberater doch sagen.

Und in der Tat versuchen alle Fondsmanager mit ihrer Aktienauswahl das bestmögliche für ihre Anleger rauszuholen. Sie versuchen allesamt den Markt zu schlagen.

Zeitweise gelingt dies sogar dem ein oder anderen Fonds.
Aber trotz aller Möglichkeiten und Vorteile, die institutionelle Anleger auf dem Markt haben, schaffen es nur die wenigsten aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex zu schlagen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 schafften es 98% aller Aktienfonds mit Weltfokus über einen Zeitraum von 10 Jahren nicht den Vergleichsindex zu schlagen.
Auch im Jahr 2022 dürften die Zahlen nur unwesentlich besser für die aktiv gemanagten Fonds ausfallen.

Diese These kannst du auch etwas ausführlicher in meinem Blogartikel- Aktien oder ETF? Warum ich (keine) Aktien mehr kaufe -nachlesen.

Also dürfte es auch unter diesem Gesichtspunkt ziemlich schlecht für die aktiv verwalteten Aktienfonds aussehen, wenn sie im direkten Vergleich zu einem ETF stehen.

Fazit

Wie du sehen kannst, ist die Geldanlage in einen ETF immer die bessere Wahl im Vergleich zu einem Aktien-Fonds.

Du kannst eine Menge Kosten sparen, die deine Rendite nicht schmälern werden.

Darüber hinaus wird auch der ETF in Sachen langfristige Performance sehr wahrscheinlich besser dastehen als der Aktien-Fonds.

Es macht für dich also auch dann Sinn, dein Geld in einen ETF umzuschichten, wenn du bereits Anteile von Aktien-Fonds besitzt.

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