Von ACC bis TER: ETF-Abkürzungen schnell erklärt

ETF-Abkürzungen

Zugegeben: Als Anfänger kann man sich schon mal leicht von allen Abkürzungen rund um das Thema ETF erschlagen fühlen.

Der Begriff ETF ist ja selbst eine Abkürzung für Exchange-Traded Fund (börsengehandelter Fonds).

Doch welche ETF-Abkürzungen sind die Wichtigsten? Hier habe ich dir die wesentlichen Begriffe rund um das Thema ETF zusammengefasst.

ACC -Accumulating

Die Abkürzung acc oder manchmal einfach nur C, welche meist in Klammern hinter dem ETF Namen steht, bedeutet accumulating, zu Deutsch thesaurierend.
Damit wird die Ausschüttungsart des ETF beschrieben. Die erwirtschafteten Erträge in Form von Zinsen oder Dividenden werden bei einem thesaurierenden Fonds einbehalten und steigern so weiter dein Vermögen mit Hilfe des Zinseszinses.

Falls du mehr zur Wirkungsweise des Zinseszinses erfahren willst, kannst du hier im Blogbeitrag dazu mehr Informationen erhalten

DIST – Distributing

Die Abkürzung DIST oder einfach nur D meint damit das Gegenteil vom oben genannten acc. Dis steht für distributing und bedeutet ausschüttend. Das heißt, dass Zinsen und Dividenden, die der ETF erwirtschaftet, regelmäßig ausgeschüttet werden.

Ausschüttende Fonds werden häufig von Anlegern gewählt, die damit ein zusätzliches passives Einkommen erwirtschaften wollen.

UCITS – Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities

Der Begriff UCITS entspricht dem deutschen Pendant der „OGAW – Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“ und beschreibt eine europäische Richtlinie zum Schutz der Anleger. Nach dieser Richtlinie dürfen Fondsgesellschaften nur in bestimmte Anlageklassen investieren und müssen eine bestimmte Risikostreuung aufweisen.
Der Vorteil für den Anleger ist, dass er auf den ersten Blick erkennt, ob ein ETF diesen Bestimmungen unterliegt. Das bedeutet für ihn ein gewisses Maß an Verlässlichkeit in Bezug auf die Produkteigenschaften

TER – Total Expanse Ratio

Die TER zu Deutsch Gesamtkostenquote errechnet sich wie folgt:
TER= Fondskosten/(∅ Fondsvolumen )
Die TER müssen jährlich durch die Fondsgesellschaften ermittelt werden und dann in den Verkaufsunterlagen ausgewiesen werden.
Sie berücksichtigen Kosten, wie Managementgebühren sowie Verwaltungs- und Marketingkosten. Die Transaktionskosten werden dabei nicht berücksichtigt.

DR – direct replication

Die DR beschreibt die Replikationsmethode eines ETF. Bei der Direct Replication, auch physische Replikation genannt, wird der zugrundeliegende Index direkt nachgebildet, indem die gleichen Titel ebenfalls gekauft werden.
Bei bestimmten Anlageklassen ist das nicht möglich (wie zum Beispiel bei Rohstoffen). Dann wird auf eine synthetische Replizierung mit Hilfe von beispielsweise Swaps gesetzt.

TD – Tracking Difference

Die Tracking Difference ist eine Kennzahl, die misst wie stark die Rendite in der Jahresbetrachtung eines ETF von seinem Vergleichsindex abgewichen ist.
Dabei werden auch die Verwaltungsgebühren in die Kennzahl mit einbezogen.

Eine Tracking Difference von 0 bedeutet, dass der ETF die gleiche Performance wie sein zugrundeliegender Index aufweist.
Ein Wert unter 0 bedeutet, dass der ETF im Vergleich zum Index eine Überrendite erzielt hat.

Eine Tracking Difference über 0 bedeutet dagegen, dass der ETF im Vergleich zum Index eine Unterrendite erzielt hat. Eine Abweichung kommt grundsätzlich dadurch zustande, dass zum einen die Kosten mit eingerechnet werden und zum anderen die meisten ETF den Index nicht hundertprozentig nachbilden können, weil der Aufwand zu groß wäre, beispielsweise 1.600 Aktien zu kaufen und diese zu verwalten.

Exkurs: ETF- Namen und ihre Bedeutung

Die Namen der ETF sind alle nach bestimmten Anforderungen aufgebaut. Diese lassen sich im folgenden Schaubild zusammenfassen:

ETF Namen entschlüsseln
  1. Anbietername
    ETF werden von verschiedenen Anbietern (Emittenten) aufgelegt. Die größten unter ihnen heißen beispielsweise iShares, Xtrackers, Lyxor, Amundi oder HSBC.
  2. Indexname
    Da ETF immer einen zugrunde liegenden Index nachbilden, wird dieser direkt an zweiter Stelle genannt. Beispiele für wichtige Indizes sind MSCI World, FTSE All World, DAX, S&P500 oder Nasdaq100.
  3. Regulatorik/ Rechtsform
    Hier werden wichtige Hinweise für den Anlegerschutz genannt. Auch der Begriff ETF selbst wird im Namen genannt, um Verwechselungen mit anderen Produkten, wie beispielsweise ETCs (exchange traded commodity) oder ETNs (exchange traded notes) zu vermeiden.
  4. Weitere Merkmale
    Am Ende können weitere wichtige Merkmale des ETFs stehen. Darunter fallen zum Beispiel Hinweise zur Währung, Hinweise zur Ausschüttungsart oder zum Fondsdomizil.
    Leider gibt es hier keine einheitlichen Richtlinien und die Emittenten können selbst bestimmen, welche zusätzlichen Informationen sie im Namen des ETF mit aufnehmen wollen.

Fazit

Mit den hier genannten Begriffen sowie den Informationen zum Aufbau von ETF-Namen hast du ein solides Grundwissen, um eigenständig ETFs vergleichen zu können und den passenden für dich und deine Anlageziele heraussuchen zu können.

Auf der Website von justETF – Der ETF Online-Ratgeber | justETF hast du die Möglichkeit tausende ETF miteinander zu vergleichen und diese nach bestimmten Merkmalen zu filtern.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei der passenden Auswahl.

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